🖨 SIEBDRUCK
Siebdruck-Vorlage erstellen
Beim Siebdruck entscheidet die Filmvorlage über alles, was danach kommt: Nur wo der Film wirklich deckt, bleibt die Schablone offen und druckt später Farbe. Vektoria macht aus deinem Scan oder deiner Zeichnung eine kompromisslos schwarz-weiße Vorlage – ohne Grauschleier, ohne Papierton, komplett lokal im Browser.
Volle Deckung, offene Punzen
Ein brauchbarer Film kennt nur zwei Zustände: sattes Schwarz und klares Transparent. Jeder Grauton aus dem Scan, jede Papierstruktur, jeder halbtransparente Fleck wird bei der Belichtung zum Glücksspiel – die Schablone kopiert dann Fehler, die du im Bild längst übersehen hast.
Genauso wichtig wie die Deckung ist das Offenhalten: Kleine weiße Innenräume – die Punzen in Buchstaben, feine Negativlinien – dürfen beim Aufbereiten nicht zulaufen. Was in der Vorlage zuläuft, ist im Sieb unwiederbringlich zu.
Schritt für Schritt
- Scan oder Zeichnung laden und das Motiv mit dem Schwarzanteil isolieren.
- Kontrast anheben, bis der Papiergrund rein weiß ist – dabei im Auge behalten, dass feine Linien nicht mit verschwinden.
- Flecken und Ränder mit Störpartikelfilter und Lasso beseitigen; jeder Rest würde mitbelichtet.
- Kleine Innenräume und Negativlinien in der Vektoransicht bei starker Vergrößerung kontrollieren.
- Kanten nur moderat glätten, damit keine engen Stellen zulaufen.
- In endgültiger Größe als PDF oder SVG exportieren – oder als PNG, wenn Auflösung und Maße final feststehen.
Empfohlene Einstellungen
Arbeite dich mit dem Schwarzanteil von unten heran: erst so weit erhöhen, bis das Motiv voll deckt, dann sofort die Punzen prüfen. Schwarzanteil und Glättung wirken beide zulaufend auf enge weiße Räume – wenn Löcher verschwinden, nimm zuerst die Glättung zurück. Der Konturmodus Fein ist für typische Siebdruckmotive der solide Standard.
Häufige Fragen
Kann Vektoria Fotos für den Siebdruck rastern?
Nein. Der Tracer erzeugt eine harte Schwarz-Weiß-Trennung. Ein kontrolliertes Halbtonraster mit definierter Frequenz und Winkelung ist Aufgabe der Druckvorstufe beziehungsweise eines RIP – für flächige Motive, Schriften und Illustrationen bist du hier dagegen richtig.
Warum laufen kleine Löcher und Punzen zu?
Meist steht der Schwarzanteil zu hoch oder die Glättung zu stark – beides frisst enge weiße Räume. Regler zurücknehmen und die kritischen Stellen in der Vektoransicht bei Endgröße kontrollieren, bevor du belichtest.
Wie bereite ich einen mehrfarbigen Druck vor?
Pro Farbe ein eigener Film: Trenn die Farbanteile vorher im Bildprogramm, vektorisiere jeden einzeln als Schwarz-Weiß-Vorlage und sorge mit Passmarken für deckungsgleiche Ausrichtung auf dem Sieb.
In welcher Größe sollte ich exportieren?
Immer in der finalen Druckgröße – der Film wird 1:1 belichtet. PDF und SVG bleiben als Vektor beliebig skalierbar; beim PNG legst du Maße und Auflösung dagegen endgültig fest, also erst exportieren, wenn beides steht.